Da war ich nun insgesamt bald 7 Wochen im Krankenhaus Viechtach.
Man liegt da rum.
Man wartet.
Worauf?
Erstmal auf die Visite, aber in der Hauptsache auf die täglichen Mahlzeiten.
Also immer auf was positives.
Ich besonders, da für mich Essen das zweitschönste auf der Welt ist.
Ein ganz klein wenig :-))))))) kenne ich ja nun auch davon.
Aber weil es so ist, sehe ich auch manches da differenzierter als meine Bettnachbarn.
Mal gleich ganz zum Anfang:
Das Essen hier ist top.
Es ist genug.
Es ist abwechslungsreich.
Es ist schmackhaft.
Es gibt keine Klagen von mir.
Eben, weil ich was davon kenne, weiss ich um die Schwierigkeiten so vieles unter einen Hut zu bringen.
Die Küchenchefs müssen Meister sein.
Nicht nur im kochen, nein auch in der Planung und Organisation..
Die Kosten hängen ihnen immer im Genick.
Dann den immer wieder im Auge zu behaltenden gesundheitlichen Aspekt.
Das alle Geschmäcker zufriedenstellende würzen.
Und, und und.
Unter all diesen Gesichtspunkten liefert diese Küche hier ein hervorragendes Ergebnis ab.
Ich wäre kein Restaurantkritiker wenn ich nicht trotzdem einige Anmerkungen zu machen hätte.
Natürlich immer unter Berücksichtigung der Möglichkeiten und der Kosten.
Da gibt es z.B. einen Wochenspeiseplan.
Schön aufgegliedert.
Dieser wird täglich von einer Schwester vorgelesen und man gibt seinen Wunsch für den darauffolgenden Tag bekannt.
So weit so gut.
Nimmt man aber sich selber einmal diesen Plan zur Hand, liest man ganz unten, versteckt,
"sie können auch eine Salatschüssel, angereichert mit Eier, Wurst, Schinken und Käse haben"
Leider wird das nie vorgelesen.
Ich habe das mehrmals bestellt.
Und?
Es ist das beste, gesündeste und appetitanregendste was überhaupt im Angebot ist.
Nur leider weiss es kaum einer.
Und vorgelesen wird es auch nie.
Mein Vorschlag.
Dieses alternativ Angebot gehört an exponierter Stelle und auch zum mündlichen Angebot.
Dann gibt es immer ein Dessert zum Nachtisch.
Warum?
Dieses Chemiegemantsche schmeckt noch nicht mal.
Hat keinerlei Nährwert. ( bestimmt auch keinen gesundheitlichen)
Warum kein Obst?
Es gibt zu jeder Jahreszeit Obst.
Jetzt im Herbst mit Sicherheit,
Meist ist ein Salat beim essen.
Gut, ich bin kein Freund von Nitratschleudern, aber viele mögen das.
Oft ist aber kein Dressing drüber.
Dann frage ich mich, ob ich nicht besser auf eine Wiese gehe.
Noch etwas.
Gemüse gibt es so gut wie nie.
Wenn das frische viel Arbeit macht, TK Ware ist doch genau so gut.
Es hat mir gefehlt.
Zum Schluss noch etwas.
Ich bin ein absoluter Fleischfan.
Trotzdem frage ich mich.
Muss es jeden Tag Fleisch sein?
Das alternativ Angebot als 3. Auswahl ist meist so wenig, das ich nach mehrmaligen Versuchen davon Abstand genommen habe.
Nun habe ich doch wieder gemeckert.
Oder?
Es sollte nicht so aufgefasst werden, denn ich war ja zufrieden, nur.........
Es könnte doch sein, das das hier jemand liest, sich Gedanken darüber macht, seine ausgefahrenen Gleise verlässt und was ändert.
Ich würde mich bei meinem nächsten Aufenthalt freuen.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Die Übernachtung wurde in diesem Gasthaus vorgesehen.
Das Navi glühte, um uns zum Ziel zu bringen.
Die Adresse ist nicht so einfach interpretierbar.
Marktheidenfeld, Triefenstein, Homburg, und dazu noch zwei mal Rösser.
Nebenbei bemerkt, aber auch dann noch.
Enge Straßen, verwinkelt, und blind nur dem Navi vertrauen, sie kommen schon hin.
Parkplatz neben dem Haus und vielleicht ?? gegenüber. (Kindergartengelände)
Die Öffnungszeiten werden peinlichst genau eingehalten.
Auch das Telefon bringt nur bedingt jemand dazu, zu öffnen.
Innen rechts eine hochmoderne Rezeption.
Ein wunderschönes Treppenhaus. Modern.
Nur leider kein Fahrstuhl.
Unser Zimmer im 2. Stock war auch schon innerhalb der Modernisierungswelle gewesen.
Ohne jeden Tadel.
Dagegen links die Gaststube noch im Charme der 50er Jahre.
Dunkles Holz, bieder und nicht unbedingt der Knaller.
Aber, alles braucht eben seine Zeit. Wird schon. Eine Beeinträchtigung durch irgendwelche Baumaßnahmen fand nicht statt.
Hinter der Rezeption die Toiletten. Noch im Urzustand, aber sauber.
Die Wirtin, anfangs, durchaus freundlich, was sich im Laufe des Abends, bei dem Eintreffen heimischer Gäste merklich änderte.
Nun, gut, wir wollten ja auch keine Freundschaft auf Lebenszeit schließen.
Immerhin haben wir beschlossen, unsere nächste Übernachtung einige Kilometer weiter zu buchen.
Doch nun zum Essen.
Rumpsteak zu 15,50€
Putensteak zu 12,50€
Hier waren die Preise das einzige was stimmte.
Ich kann mich nicht mehr an Einzelheiten erinnern, aber auch das zeigt, das es nur Durchschnitt war und keinerlei Wiederholungswunsch aufkam.
Morgens das Frühstück wurde von der Chefin abgefragt und auf einem Teller serviert.
Wie immer, Brötchen, Wurst, Eier und Käse, wie in Durchgangsquartieren gewohnt.
Ich denke mal, da wir die einzigen Übernachtungsgäste waren, war man froh, das wieder beschauliche Ruhe in dieses Haus einkehrt.
Wir werden diese Ruhe nie mehr stören.
Versprochen.