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Montag, 29. September 2014

Restaurant - Kritik (5)


Das Ambiente.

Das ist natürlich ein weites Feld.
Je nachdem was man erwartet oder gewohnt ist.

Da die Geschmäcker soooo verschieden sind, kann ich also nur aus meiner Sicht dazu Stellung nehmen.

Es breitet sich immer mehr aus, das man keine Tischdecken auf den Tischen hat.
In einem Imbiss mag das noch angehen, aber in einem normalen Restaurant finde ich schon, das diese auf einen Tisch gehören.
Es gibt ganz hochwertige aus Papier, von einer Stoffdecke nicht zu unterscheiden, 
Aber auch dafür scheint es meist nicht mehr zu reichen.
In Bayern mag das etwas anders sein, da dort der Gastraum auch atmosphärisch anders ist. Trotzdem!
Ich z.B. ersehe immer gleich auch den Sauberkeitspegel des ganzen Restaurants an den Tischdecken.  

Sehe ich schon diese bunten Plastikblumenimitationen ist meine Meinung schon fertig.
Lieber nichts, als dieser verstaubte Dreck. Das zeugt auch von Lieblosigkeit gegenüber seinem Gewerbe.

Dann stehen da Talglichter die meist geflissentlich angezündet werden.
Frauen empfinden das als  romantisch. ???? ( darf ich mal jemanden einladen damit er lernt was Romantik ist?) 
Diese Dinger sind nur deshalb auf den Tischen, weil diese Totenlichter immer zu 1000 Stck. kostengünstig beim Grosshandel  geordert werden.
Sie haben absolut keinen Sinn. Früher, bei den Rauchern, hatten sie noch eine Funktion.
Ich bitte meist, an meinem Tisch, diese Warmhalteplattenlichter nicht anzumachen.
Wenn ich mal Tod bin, stehen noch genug an meinem Sarg. Es erinnert mich immer fatal an diesen kommenden Moment.
Wohl bemerkt.
Ich spreche hier nicht von Kerzen. Vielleicht noch in schönen Haltern.
Das ist etwas ganz anderes, und finde ich auch auf einem gut gedeckten Tisch als dazugehörend.

Die Garderobe ist so ein Ding.
Besonders in der schlechten Jahreszeit wenn man viel an hat.
Es gibt kaum Garderobenständer. Schon mal aufgefallen?
Die letzten sterben aus.
Da hängen und liegen dann Parkas und Anoraks auf den Stuhllehnen rum.
Wieviel werden von anderen Gästen aus Versehen auf die Erde befördert. Da kommt Freude auf. Man  sieht es immer an dem gequälten, alles verzeihenden Lächeln der betroffenen.

Ich persönlich finde es immer deprimierend wenn an den Nikotingeschwängerten Tapeten so vergilbte Fotos aus dem ersten Weltkrieg oder von der UrUrUrtante hängen.
Oft bete ich innerlich, das hoffentlich die Zutaten neueren Datums sind und nicht aus den Einmachgläsern der Verblichenen. 

Es muss kein Chrom sein. Um Gottes Willen.
Aber eine helle , freundliche, einladende Atmosphäre.

Dazu gehört auch, das es mich nicht antörnt, wenn ich den Service bei meinem Eintritt auf den  Barhockern sitzen sehe bzw. schnell noch die Kippe im nächsten Aschenbecher ausdrücken.

Ich finde es schön, wenn man denkt:
Nett, sieht gut und sauber  aus, hier gibt es was gutes zu essen.
Hier fühlst du dich wohl.


( Fortsetzung folgt )


Mittwoch, 11. Juni 2014

Vechta: MamaMia


Zu essen gibt es um 3 Uhr nachmittags nur was bei diesen Abfütterungstempeln mit den Amerikanischen Namen. Ich kann mir z.B.  leider unter  " Subway" nichts vorstellen. Hat da was mit einer  U-Bahn zu tun?  Da sagt mir das Wort " Pizzeria" und MamaMia schon eher etwas.
Dieses Restaurant ist den ganzen Tag geöffnet, also hinein.
Gähnende Leere. 
Das erste was ich sah: Zwei  verschiedene Olivenöle und dunkler Balsamico auf allen Tischen. Wäre  nun noch die Pfeffermühle da gewesen hätte man mir vorsetzen können was sie wollten. Für mich ist das schon die halbe Miete.

Nebenbei bemerkt, das Dressing auf dem Salat war so gut, das  ich keinen Gebrauch vom Öl machen musste. Der Salat selbst, als Beistellsalat, in der Menge zu viel. War schon eine Bestellung für sich allein. Die Blätter mundgerecht geschnitten. Warum nicht nur halb so viel aber dafür etwas Käse oder ein paar Oliven hinein?

Der Eingang weist einige Stufen auf, was für Behinderte ein Problem darstellen sollte.
Kinder sowieso und auch Hunde werden geduldet.

Die Inneneinrichtung typisch Italienisch. Spartanisch und kühl, aber sauber. 
Der Service die sehr  aufgeschlossene Tochter. Freundlich und  gern bereit auch mal  über manche Dinge im Restaurant nachzudenken.
Die eine Seite  des Raumes ist völlig verglast. Schön ist es alles auf der Straße zu beobachten. Umgekehrt wird es vielleicht manchen stören. Statt der Plastikblumen vielleicht ein natürliches wucherndes Gewächs als Sichtschutz gegen gaffende Vorbeigehende?

Die Speisenkarte etwas zu vielseitig. Zwar auch Fleischgerichte und anderes, aber kein Dessert!  Mädel, der Alte hier  erwartet bei einem Italiener mindestens Tiramisu! 

Der Wein war Chianti. ( 3,00€ für 0,25l) Nicht schlecht. Kräftig. 
Der Espresso ( 1,50€) ,na ja. 
Der Grappa ( 1,50€) gute Mittelklasse.

Mein bestelltes Essen. Auflauf MamaMia zu 13,00€ 
Champignon, Tomaten, Brokkoli, geschnetzeltes Schweinefleisch, Sahnesauce in der Auflaufform mit Käse überbacken. Dazu einen Beistellsalat und  angefrittete Kartoffelscheiben. Im Geschmack gut, wenngleich  die Menge einen jungen, hungrigen Esser erfordert. Über die Kartoffeln vielleicht grobe Salz/ Pfeffermischung aus der Mühle? Es wird alles pikanter weil ja die Sahnesauce sehr viel an Eigengeschmack aufnimmt. Hebt auch das Trinkverlangen.

Die sehr nette, junge Tochter hat mir  lange zugehört wie ich alles als Gast sehe. Ich glaube manches wird sie auch umsetzen. Menschen die zuhören und mal darüber nachdenken finde ich immer toll. Sie müssen es beileibe nicht umsetzen, aber es mal zur Kenntnis nehmen. Ich finde, dann wäre schon viel in der Gastronomie gewonnen. Hier wird Papa und Mama auch noch mitreden. Vielleicht mache ich noch mal Station in Vechta. Dann gehe ich wieder hier essen.

Fazit:
Keine kulinarische Offenbarung. Solide  Arbeit zu einem angemessenen Preis. Vor allem wenn man ein guter Esser ist. Ich persönlich würde die Speisenkarte um ein Drittel reduzieren aber dafür  am Pepp etwas feilen. Sich von der Masse mit den fertig  konfektionierten Anbietern abheben. Nicht versuchen nachzumachen, sondern im Geschmack eine eigene Note reinbringen..