Das sind eben immer nur die Kleinigkeiten die MICH stören.
Andere mögen anders darüber denken.
Vielleicht liegt es auch daran, das ich ca. 9 Monate im Jahr in Gaststätten esse.
Da wird man dünnhäutiger.
Ich sehe es eben so.
Da ist nun dieses Restaurant hier auf Fehmarn.
Es ist gut. Wirklich gut und ich gehe gern dorthin.
Es liegt neben meinem Quartier.
Ich gehe dort seit Jahren essen und bin dort bekannt.
Der Wirt kennt mich gut.
Der Service ist seit vielen Jahren ein Pole.
Er beherrscht den Gastraum. ( im wahrsten Sinne des Wirtes)
Korrekt und höflich.
Was will man eigentlich mehr?
Ich schon.
Ich erwarte nicht abgefertigt , sondern bedient zu werden.
Vor allem wenn er mich kennt.
Dazu gehört in meinen Augen auch einmal eine persönliche Regung.
Diese geht ihm völlig ab.
Es reicht m.E. nach nicht dazu den Teller hin zu stellen und wieder ab zu räumen.
Gute Gäste bindet man anders.
Heute war Sonntag.
16,45Uhr.
Ich kam die Eingangsstufen hoch.
ER sah mich.
" Sie haben nicht reserviert, dann habe ich auch keinen Platz für sie"
Es war in Ordnung.
War eben so.
Ich drehte mich um und ging wortlos wieder.
Nur:
ICH hätte zu dem Gast gesagt ( und hatte es auch erwartet)
" haben Sie vergessen zu reservieren? Das tut mir leid. Wir sind heute voll. Möchten sie etwas warten oder kommen sie noch mal vorbei, dann halte ich für sie was frei"
Es wäre im Prinzip das gleiche gewesen, nur die Art wäre eine andere.
Ich wehre mich vehement gegen diese seelenlose Gleichmacherei.
Der grösste Teil des Services hat vergessen, das sie von den Gästen leben und nicht umgekehrt.
Mich hatte es gestört.
Als ich am Ende der Treppe war, rief er mir nach:
" sie können es ja noch einmal in einer Stunde versuchen"
Auch das war in Ordnung, aber auch diese Art reichte mir auch nicht.
Ich " versuche " nicht was zu essen zu bekommen.
Quintessenz:
Ich war woanders essen und werde bestimmt auch noch längere Zeit woanders hin gehen.
Es genügt eben nicht stereotype Sätze aus zu sprechen, sondern den Gast als Individuum zu sehen und ihn so zu behandeln.
Vielleicht habe ich aus diesem Grunde lieber weibliche Servicekräfte weil die ( auch wenn sie manchmal zickig sind) in ihrer Ausstrahlung immer etwas menschlich ansprechendes und nichts Roboterhaftes an sich haben.
Scheinbar sind meine Ansprüche in der heutigen Zeit aber nicht mehr gefragt.
Oder ich bin eben eine Mimose.
Dann lasst mich auch eine sein.
Zur Not kann ich mir mein Essen noch selber machen.
P.S.
Mir fällt gerade ein, das letztes Jahr etwas ähnliches war, sodass ich meine Besuche auch da schon reduziert hatte.
Na, ICH kann damit leben.
Bisher habe ich bei meinen Spaziergängen immer vermieden hier einzukehren.
Ich lege keinen Wert auf Abfütterungstempel hungriger Wanderer die z. T. auch noch die Butterbrote aus dem Rucksack holen.
Da aber weit und breit nichts anderes war, habe ich in den sauren Apfel gebissen.
Der Eingang behindertengerecht. Innen, na ja., wie ich es erwartete.
Kühler, sachlicher, relativ großer Raum mit lackierten Holztischen. Immerhin waren die Bänke und auch die Stühle mit Polster bezogen. Steinfußboden und Stützsäulen für den Turm in dem Pflanzen und ausgestopfte Tiere lagen.
Auf den Tischen ein Blümeken ( immerhin kein Kunststoff) Zuckerstreuer und eine Zeitung mit 4 Blättern . Ach ja. Eine Kerze. ( im Vertrauen, was soll dieser Schnickschnack den man überall vorfindet? Diese Kerze heizt auch keinen Raum auf). Die Zeitung entpuppte sich als das Speise- und Getränkeangebot. Ehrlich gesagt. Fand ich toll. Ich konnte vergleichen, mir die Zeit vertreiben, in aller Ruhe an den nächsten Besuch denken. Kam meinem ewigen Wunsch nach liegenlassender Speisekarte sehr entgegen. Meine Stimmung besserte sich zusehends. Als dann auch noch der überaus freundliche ( und auch hübsche und junge Service ) sich nach meinen Wünschen erkundigte ohne mir das Gefühl zu geben; " Hier wirst du schnell abgefüttert" war ich schon vollends versöhnt. Leise, angenehme Hintergrundmusik ohne das die Fritten vom Teller hüpften.
Am Nebentisch wurde für eine junge Familie ein extra angefertigter toller Holzstuhl für das Kleinkind herbeigeschafft.
Vorab, auch für meinen Hund kam der Service mit einem Plastikschälchen und der Frage ob ich was für ihn nachher mitnehmen möchte.
Das war die eine Seite.
Wie sich auf Nachfrage herausstellte, war der Service noch neu im Geschäft. Sie war noch herzlich und hatte noch nicht die professionelle Freundlichkeit an sich, die ich immer zum k..... finde.
Der bestellte Graue Burgunder war annehmbarer Standard. Der Preis dafür orientierte sich aber an einem Spitzenwein. 0,20l zu 5,80€ ist schon für diesen Wein eine Wucht! Da er mir schmeckte, war der Preis also vernachlässigbar.
Auf der Zeitung die Speisekarte. Natürlich den Wanderern huldigend, aber durchaus auch dem Speisenden entgegenkommend. Jeder wird hier das finden was er sucht. Wild oder Lamm. Kuchen oder Eis. Preise etwa 10% höher als ortsüblich ( entspricht der exponierten Lage) aber absolut tolerierbar und völlig in Ordnung)
Ich bestellte: Hähnchenbrust mit Obst und Käse gratiniert mit Kroketten und Salat zu 13,80€
Das Besteck wurde mit einer billigen Papierserviette gebracht.( eine bessere Qualität der Serviette macht bestimmt mehr her und kostet nicht die Welt)
Der Beistellsalat: . Toll klein geschnitten und nicht nur die obligatorischen Blätter. Sehr vielseitig. Was ich gut fand, war unten mit Essigmarinade und oben das Grünzeug mit Dressing.
Das Hauptgericht: Das erste: Heiße Teller! Auch das scheint in der heutigen Gastronomie ein Mangel zu sein. Eine große Portion TK Kroketten. Hähnchenbrust in der Menge völlig ausreichend. Qualitätsmäßig ist hier ja kaum was falsch zu machen. Durch das gratinieren kam leider der Fruchtgeschmack der Auflage etwas zu kurz. Immerhin war der benutzte Käse gut im Geschmack. Darf ich eine kleine Bitte äußern? Reichen Sie doch unaufgefordert Salz- und Pfeffermühle beim servieren dazu. Hier hätte frisch gemahlener schwarzer Pfeffer wieder einmal Wunder bewirkt. Alles in allem, ein gutes Essen. In jeder Beziehung!
Ein Stichpimpulibockforcelorum zu 2,30€ rundete das Essen ab.
Der Kaffee war gut 1,90€
Ich war wieder einmal belehrt worden. Gehe nie von Vorurteilen aus. Erst probieren und dann meckern. Das war hier nicht der Fall. Es war viel besser als ich erwartet hatte. Sollten sie hier ihr Auto abgestellt haben können sie ruhig eintreten. sie werden nicht abgezockt!
Eines hatte mich persönlich gestört. In der Blumenschale der Stützsäule saß ein totes Tier. Ich weiß nicht die Rasse, denn ich bin ein Städter. Aber es schaute, mit seinen spitzen Zähnen unentwegt auf meinen Teller.
Im Herbst komme ich wieder. Dann suche ich mir aber einen anderen Platz.