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Donnerstag, 22. Mai 2014

Heinsberg: Schwermer


Das Sauerland.
Ich finde es schön und erholsam.
Gut ausgebaute Strassen. Ein paar " Hirsel" die ihre PS ausprobieren finden sie überall. Kleine schmucke Dörfer mit ihren Holzkonstruktionen. Kaum Menschen, und wenn .......na nicht umsonst sind sie im " Sauer" land. 
Vollkommen ist nichts auf dieser Welt. 

Beim endlosen Ritt durch die Einöde kam ich auch öfter durch Heinsberg. Ein   Kollege bei RK sprach vom " Schwermer" Warum nicht? Zur Absicherung habe ich aber telephonisch nachgefragt.
Doch, sie dürfen kommen! . Ich bin drei mal  durch das Dorf gefahren , bis ich , an der Hauptstrasse!!! das  Restaurant fand. Keinerlei Hinweisschilder. 
Parkplätze vor der Tür. Für Behinderte keine Einschränkung. Also hinein . 

Ich war und blieb der einzige Essensgast.
Innen eine wohltuende, gepflegte Atmosphäre. Relativ gross, aber durch Holzkonstruktionen und Schmiedeeisen abgetrennt. Auf jeden Fall, nicht erdrückend. 
Die Tische mit beige Decken und weißen viereck Sets eingedeckt. Das die Servietten aus Papier waren, habe  ich erst viel später festgestellt. An der Salatbar standen auch Salz- und Pfeffermühlen sowie, außer der obligatorischen Pampe, auch Olivenöl und Essig.
Der  Hund war kein Problem. Der Service war eine Dame. Kein arrogantes, überhebliches junges Gemüse was ihren Job macht, oder solchen denen  man nur die Zeit stiehlt.

Erster Eindruck: Rundum, reinkommen, wohlfühlen.
Die Karte ist nicht sehr umfangreich, aber beinhaltet alles was sie sich wünschen.
Vor allem, man lässt ihnen Zeit. Schließlich ist man in Urlaub und nicht auf der Flucht.
Und wieder wurde ich überrascht. es gab ein amuse. Kleine , warme Partybrötchen im Korb, dazu Kräuterbutter. ( leider sehr hart) Aber zum Wein genau richtig.

Ach ja der Wein. 0,25 l  (Merlot) 5,50€. O.k. Akzeptiert. Doch nehmen wir gleich das Gegenstück vorweg. ( man kann  ja nicht immer nur loben. ) Calvados und Slibovitz sind hier nicht im Angebot. Dafür wurde mir ein Apfelbrand angeboten. Er war gut. O.k. Aber das Glas zu 6,80€ finde ich doch wohl total überzogen! Wenn man auch mit Hochachtung  sagte: " es ist ein Hämmerle" . Leute dat sind och nur Äppel. Und bei diesem Preis bekommt ihr vom Verbraucher ca. 190,00€ für die Flasche auf die Kralle! Das ist  Wucher!!!!!

Was ist die Empfehlung zum essen?
Wildschweinsauerbraten mit Gemüse und Spätzle zu 16,80€. <br>
Gleich vorneweg. Ein Gedicht war die Sauce. ( Rotwein, Balsamico reduziert denke ich mal als Laie) Dazu 3 Stück zarter Braten. Ohne Geschlinke. ( leider war die Sauce wieder einmal auf dem Teller, wäre sie extra gewesen hätte ich mir einen Löffel gefragt) Spätzle, na ja, da kann man ja wohl nichts falsch machen, in genügender Menge. Das Gemüse ? Kann ich nicht beschreiben. Zarter Kohl mit rohen Apfelstücken in Sahnesauce. Auch die Menge war in Ordnung.
Mein Kommentar: Sau lecker!!!! Und  das meine ich ehrlich. Alles sehr nett und gepflegt angerichtet und aufgetragen.

Der Kaffee hinterher war zu 1,90€. Das war er auch genau wert! 
Es war ein gelungenes Essen. Man kann sich dort wohlfühlen. Nur bei einigen Dingen vorher den Preis erfragen. Wir wollen ja schließlich nicht diese Gegend sanieren, das machen wir im übrigen Europa.

Habe ich denn nichts zu kritisieren oder zur Verbesserung anzuregen?
Oh doch. Auf der Straße ein Hinweisschild anbringen. Dazu auch noch sagen : Wann!!! geöffnet ist. Die Aussage der Chefin auf meine diesbezügliche Frage " wenn wir meinen und denken das..... " ist m.E. nach sehr ..... Na sagen wir mal " hochmütig" 

Aber alles in allem ein gelungener Abend. Angenehme Atmosphäre. Sehr gutes Essen. Was will ein Gast mehr?

Mittwoch, 21. Mai 2014

Die liebe Speisenkarte...

Und noch  ein Thema.
Es kostet nichts,  wird aber trotzdem nicht gemacht. 
Einstellung der Wirte: 
War immer so, bleibt so. Ist zwar Scheisse und zu meinem Nachteil, aber es wird nicht geändert. 
Ich gehe mal davon aus, das nachdenken nicht zu den Eigenschaften eines Wirtes gehört. Dafür etwas mehr jammern über zurückgehenden Umsatz.

Worum geht es mir diesmal?

Ich versuche mal einen typischen Ablauf zu schildern:
Da kommt jemand in ein Restaurant.
Nehmen wir mal an ich!

Das man heutzutage sich seinen Tisch selbst sucht, daran habe ich mich schon gewöhnt. In sehr guten Gaststätten schallt mir vielleicht von der Theke noch Grüss Gott oder ein Hallo entgegen. ( Schon mal aufgefallen? Das kommt immer von der Theke. Nie vom Servicepersonal. Das ist anderweitig beschäftigt. Auch wenn es gerade an ihnen vorbei rauscht ) 
Ich sitze, oder will mich gerade setzen, ist der dienstbare Geist da, knallt er eine abgewetzte Buchhülle auf den Tisch, schaut zum Nachbartisch und fragt mich !! " was trinken sie"

Darüber, das ich noch nicht ganz sitze, und meine Antwort im Regelfall: " das weiss ich noch nicht, weil ich ja auch noch  nicht weiss was ich esse" führt erstmal zu einem Stirnrunzeln, aber auch einem ersten Blickkontakt. ( in der Eifel haben sie in diesem Moment verschissen. Mir schon passiert. Nach einer halben Stunde kam  die Dame wieder vorbei mit den Worten: " wenn sie jetzt wissen was sie essen wollen, werden sie jetzt ja auch wissen was sie trinken" In diesem Punkt bin ich unendlich leidensfähig geworden)

Doch weiter zum eigentlichen.
Wenn sie anfangen ihre Bestellung auf zu geben, geht die rechte Hand der Dame klauenartig auf die abgewetzte Lederhülle mit der Speisenkarte und drückt diese an ihren Körper.
Schlimm wird es, wenn sie dann noch etwas an Unklarheiten haben.
Das stört immens den Ablauf des Vorganges.

Nun sitzen sie da. Vor sich ihr Getränk und warten auf ihr bestelltes Essen.

Links von ihnen. Ein Pärchen, er versucht ihr klar zu machen das man den Abend doch besser bei ihm zu Hause beenden kann.
Rechts von ihnen. Ein älteres Ehepaar welches von der Bestellaufnahme bis zum Weggang ( sie bezahlt!!) sich nicht ein Wort mehr zu sagen  haben.
Gegenüber, eine  Familie mit antiautoritär erzogen Kids. ( so nennt man heute in neudeutschenglischslang ein Kind. Früher war das eine Ziege ) dort wird dem Kai- Uwe vom Vati gerade lautstark erklärt warum Sophie-Charlotte ihre Fritten mit den Fingern essen darf, aber er seine Nudeln nicht. Derweil isst Mutti genüsslich und in aller Ruhe weiter. Sie hat die Kinder ja geboren, nun soll der Macher sie auch geniessen und erziehen.
Sie stellen fest, das das Muster an der Wand nicht eine moderne Raumgestaltung ist, sondern einfach Fliegenscheisse oder die Stelle wo vor  30 Jahren das Bild von Kaiser Wilhelm hing.
Des weiteren könnten die Gardinen auch mal gewaschen werden.
Wenn man dann, aus lauter Langeweile, die einzelnen  Stücke des Parkettbodens mit seiner Maserung vergleicht, bleiben ihre Augen ( vielleicht ) an ein paar wunderhübschen weiblichen Beinen hängen. Diese gehen sie  mit den Blicken an den übrigen Körperteilen hoch, bis sie entweder auf Lyzeum oder Museum stossen.
Im ersteren Fall werden sie sofort von den Blicken der Besitzerin  auf den Boden  der Wirklichkeit zurück geführt. Denn diese Dame, auch  allein, hat das gleiche Problem wie sie.

Wie vertreibt man sich , vor allem als Einzelperson, die Zeit zwischen Bestellung und Lieferung?
Ja, wäre die Speisekarte liegen geblieben. Man hätte, aus  lauter Verlegenheit, drin geblättert.
Sie bestimmt 10 mal gelesen.
Und????
Sich noch ein Dessert ausgesucht ( wussten sie garnicht  das es hinten noch drin stand) 
Ihr Lieblingsschnaps stand auch drin. Also zum Schluss. 
Und morgen  komme ich wieder, denn diese Kohlrouladen, das wird mein morgiges Essen.

Aber so?

Sie essen. Sie gehen. Sie haben nichts zusätzliches bestellt. Sie haben auch keine Anregung für ein wiederkommen.
Warum?
Weil die meisten Wirte zu dämlich sind, zu begreifen, das eine liegen gelassene  Speisenkarte umsatzfördernd ist. Ausserdem den Gast auch noch beschäftigt.( was sein Wohlbehagen fördert)
Lieber Wirt: Die Gäste klauen ihre Karte nicht !

Nachtrag: Da hörte ich den Hinweis ( auch ein Wirt bei RK ) soviel Karten hätte man nicht.
Akzeptiert. Dann legen sie doch einfach ein oder zwei Karten in Sichtweite auf einem Abstelltisch. Diese holt sich der interessierte Gast schon gern  allein. Den Service fragt er NIE. Denn das wäre ja schon eine halbe Bestellung. 
Doch es nutzt nichts , denn, siehe den Anfang dieses Blogs.



Dienstag, 20. Mai 2014

Ruhmansfelden: Pizzeria

Quizfrage:
Was hat die Wüste Gobi und der Bayrische Wald um 17 Uhr gemeinsam?
Es ist kein Leben vorhanden!( Oder nur sehr versteckt.)

Wenn Sie Hunger haben, und nicht bis 18 Uhr warten wollen wo sich ein Lichtlein auftut, Sie auch niemanden fragen können , sieht es ziemlich duster aus. 

Nach bald  20 km Fahrt kam ich durch Ruhmansfelden. Es leuchtete " Pizzeria " an einem Haus. Es war so unscheinbar und nichts sagend  von aussen, das ich eigentlich nur aus Neugier anhielt. 

Für Behinderte und Ältere ( also für mich auch in der Zukunft) eine doppelte Freitreppe zum Eingang.
Die aussen hängende Speisekarte erweckte in mir den Eindruck das sie noch vom Vorbesitzer aus dem ersten Weltkrieg dort hing.
Lieber Wirt!
Dieser Kasten mit Ihrer Karte soll Gäste anlocken.  Licht, Angebote, Versprechen gehören dort hinein. So ist er nur abschreckend.

Innen ? Na, das ist doch was. Sehr einladend und freundlich. Platz für ca. 40 Personen. Doppelt eingedeckte Tische. Zwei nette junge Damen. 
Zwar freundlich, aber es fehlt die Routine der gespielten Herzlichkeit.
Immerhin, das Gegenteil von aussen.

Die Karte wurde gebracht mit der obligatorischen Frage : " was möchten Sie trinken?" 
So langsam geht mir das auf den Geist. Ich möchte erst ankommen, mich setzen, und wenn ich gewählt habe, weiss ich auch was ich trinke!

Die Karte. Wie bei allen Italienern ( oder Südeuropäern) viel zu gross.
Es ist wie in der Liebe: Nicht die Grösse ist entscheidend, sondern die Qualität! 
Viel Calamares, etwas Schweinefleich, kein Rindfleisch, dafür aber Pizzen und Pastas. 
War auch o.k. , ist ja eine Pizzeria.

Wein. Immerhin wurden mir verschiedene angeboten. Der von mir gewählte Bardolino zu 4,00€ war sein Geld wert. 
Dann eine Pizza Diavolo. Ich bin kein grosser Pizzafan, aber es reizte mich, der Zusatz " scharf" 
Wartezeit normal.
Pizza selbst war gut? Oder sehr gut? 6,50€ ? Dann war sie sehr gut. Auch gut scharf
Eigentlich war ich satt und zufrieden. 
Das Schild " selbstgemachtes Tiramisu erregte mein Interesse.
Preis 3,90€. 
Der Espresso kam auf 1,50€. Leider war der nun kein Italienischer, sondern ein Deutscher.
Da in der Küche zwei Italiener werkelten, hätte ich sie gern gefragt, was sie sich dabei denken diesen Kaffe als Espresso an zu bieten.
Leute, die Hälfte Menge Wasser und wir sprechen uns noch mal.

Die Frage nach welchem Schnaps es mich gelüstete fand ich nun wieder super!
Man fragt mich, was ich geschenkt haben will!
Natürlich ein Grappa. Er war Standard, dafür aber in einer vernünftigen Menge. 
Da kam mir der Spruch in den Sinn : Einem geschenkten Gaul schaut man nicht aufs Maul.

Fazit:
Gute Pizzeria. Vor allem,  weil Sie gar keine andere Auswahl haben.
Sauber allemal.
Service etwas jung und ohne Erfahrung.
In der Küche keine Hiwis, sondern Italiener die ihr Handwerk können.
Parkplatz vor der Tür.
Eigentlich war es ein netter Abend, wenn mir nicht ein Zahn abgebrochen wäre an dem noch zwei andere hingen. 
Ich möchte aber betonen: Von allein, hat nichts mit dem Essen zu tun.
Natürlich wurde ich dadurch etwas in meiner Urteilsfähigkeit getrübt, denke aber trotzdem das Wohl dieser Pizzeria vorweg gestellt zu haben.




Montag, 19. Mai 2014

Liebe Gastwirte ( Teil 2 )

Heute wieder einmal mehr was  für Wirte.
Dieser Tage schrieb ich etwas über Salz- und Pfeffermühlen.
Hier noch etwas.
( meine Freunde wissen was kommt und lachen schon wieder )

Da liegen auf den Tellern immer Scheiben von Zitronen. Besonders hier im Norden, weil man der Meinung ist: Fisch und Zitrone gehören zusammen. ( Ob das wirklich so ist, darüber wollen wir nun nicht streiten. Das ist ein anderes Thema )

Jedesmal, und das ist im Moment bald täglich, ärgere ich mich über diese Unverschämtheit.
Denn das hat mit Gedankenlosigkeit schon nichts mehr zu tun..
Haben Sie sich schon einmal überlegt wie man diesen Saft auf den Fisch bekommt?

1.) Methode: 
Man nimmt die Scheibe in die Finger. Drückt darauf und hofft das der Saft ausreicht. Dann nehmen sie die Papierserviette ( die nach Gebrauch am Asch ist) und reinigen Ihre Hände. Denn da sind ja 80%. des Saftes dran geblieben. Oder aber sie lecken sich ihre Finger alle einzeln ab. Andere Gäste könnten dann  meinen: Soo gut war mein Essen. Alle  Tischnachbarn werden sie wegen ihres Einfallsreichtum bewundern.

2.) Methode:
Sie sind ja gebildet und gut erzogen. Sie versuchen die Zitronenscheibe mit der Gabel fest zu halten und drücken mit dem Messer auf die Zitrone.
Haben sie Glück spritzen sie sich nur selbst voll. Treffen die Spritzer das Dekollete der Tischnachbarin, so fragen sie bitte vorher ob sie diese Spritzer ablecken dürfen. Es könnte zu Missverständnissen führen.

3.) Methode:
Da man der notleiden Gastronomie keine weiteren Ausgaben mehr zumuten kann, kaufen sie sich  selbst für 0,80€ eine kleine Zitronenpresse. Bitten sie die Küche vorher darum ihre Scheibe Zitrone darin zu deponieren. Es empfiehlt sich nach dem Essen , diese kleine Presse als Dank für die Freundlichkeit und für weitere Gäste, dem Haus als Geschenk zu überreichen. 

4.Methode:
Sie nehmen die Scheibe Zitrone in die Hand, lutschen sie  mit dem Mund aus, und spucken die Kerne durch die Gegend. Ist auch keine gute Lösung, denn nun haben sie keine Zitrone mehr für den Fisch und Ihre Tischnachbarin hat ein ganz spitzes Mündchen. Die Hände dann siehe oben.

Liebe Wirte.
Einen Zitronenscheibenauspresser  bekommen Sie für 0,80€ in jedem Kramladen.
Ist das  nun Gedankenlosigkeit von Ihnen oder eine Frechheit gegenüber dem Gast.

Ich habe es schon mal getan und werde es mir überlegen ob das nicht Standard bei mir werden wird:
Ich gab 2 € Trinkgeld mit den Worten: " 1 € ist für Sie, den zweiten geben Sie bitte Ihrem Chef damit er dafür einen Auspresser kaufen kann." 

Vielleicht sollte man statt Trinkgeld beim bezahlen gleich einen Auspresser auf den Tisch legen? 

Sonntag, 18. Mai 2014

Marktheidenfeld: Baumhof



Marktheidenfeld mag man ja kennen, aber den Baumhof, als Fremder ohne Navi zu finden, dürfte aussichtslos sein.
Das Haus selbst scheint einen guten Ruf  zu haben, was man daran sieht, das es , trotz seiner Abgeschiedenheit, ausgebucht war.  

Die Chefin (?) hatte mir einen Einzeltisch reserviert, da ich mein Kommen angekündigt hatte.
Begrüsst wurde ich mit meinem Namen. ( was durchaus nicht selbstverständlich ist)
Alles ist ebenerdig. Hunde sind kein Problem. Toiletten vom Gastraum zu erreichen. Parkplatz satt.
Der Raum selbst ist ???????? Sagen wir mal: gediegen, rustikal eingerichtet. Dunkel gebeizte Holztische. Eingedeckt mit beige Tischläufern und auf jedem Tisch eine dunkelrote Rose. Aber echt, und nicht irgend so  ein Plastikgedöhns.
Dicke Papierserviette und Besteck.
An der Decke und ringsherum hängt und steht das, was manche Gäste als Dekoration bezeichnen. 
Ich bin ein Mann, und kann dem nichts abgewinnen..
Hoffentlich wird es nicht mehr.
Alte dunkle Balken dienen als Raumteiler.
Da die Stühle und die Bänke mir hellbeige Kunstleder bezogen sind, ergibt sich eine gehobenere Note im Ambiente.
Kerzen und keine Totenlichter runden das Bild ab.
Für meinen Begriff durchaus wohltuend. Auch das kein Gedudel aus irgend einer Box im Hintergrund störte, war angenehm.
Die Chefin selbst sehr freundlich und dem Gast hingewandt.
Ihr Mann, (?) auch im Service zwar auch, aber eben ein Mann.
Nach der Bestellung wird eine kombinierte Pfeffermühle mit Salzstreuer auf den Tisch gestellt. ( kleiner Tip. Mal kontrollieren und auffüllen.) 
Die Speisenkarte beinhaltet relativ viel. Da ich den Umsatz hier nicht kenne, kann ich also dazu nichts sagen.
Zwischenfazit.
Sie werden sich hier wohlfühlen.
Hier ist eine Weingegend.
Also ein Viertele  Wirtewein " Regent " zu 4,20€. Hat mir im Geschmack gefallen.
Der Gruss aus der Küche:
2 Stückchen eingelegte Paprika mit Standard Balsamico .
Durchaus appetitanregend. Gute Idee ( auch vom  PL Verhältnis für den Wirt. )
Meine Bestellung:
Hirschbraten zu 13,80€
Der Braten waren 3 Scheiben. Qualität gut. Auf dem Fleisch etwas Champignons. Eine dünne Scheibe Orange mit Preißelbeeren. 
Auf einem extra Tablett( Gott sei Dank) : In jeweils extra Schüsselchen: 3 kleine Klösse ( hier möchte ich kein Urteil ob selbstgemacht abgeben, da ich das nicht unterscheiden kann) 
Rotkraut und eine Sauciere.
Menge und  Präsentation o.k. ( noch ein Tip: das dunkle Plastiktablett passt nicht dazu. Wenn schon, dann auf den Tisch stellen und Tablett mitnehmen. Erinnert so an Kantinenessen  mit Selbstbedienung)
Es war alles top.
Nur, warum fehlt mir immer das gewisse etwas??????
Kartoffelklösse als solche sind immer langweilig.
Hirsch ist auch nicht der Renner.
Das Rotkraut oder die Sauce muss es bringen.
Bitte, keine Meckerei von mir, nur ich würde in die Sauce mehr Phantasie investieren. Statt der Orangenscheibe , die zwar gut aussieht, lieber einen Klacks Preißelbeeren auf den Teller. Damit kann man die Sauce selber  aufpeppen.
Der anschliessende Espresso mit Dessert kostet 3,00€
Eine sehr nette Idee. ( andere Wirte: einmal nachdenken und nachmachen)
Der Espresso selbst noch nicht einmal schlecht. Nur leider typisch Deutsch mit zuviel Wasser.
Dazu ein kleiner Dessertteller mit zwei kleinen Röllchen Palatschinken.
Der Williams guter Durchschnitt zu 2,50€ rundete alles ab.
Fazit.
Ein sehr, auf mich wirkender, guter Gasthof.
Speisenangebot vielseitig. Auch für nicht Fleisch essende Erdenbürger eine kleine Auswahl. Menge und Qualität des mir servierten, zufriedenstellend bis gut, wenngleich ( wie immer) das notwendige " aha " fehlte mir.
Warum haben Köche so wenig Mut mal was geschmacklich neues zu wagen?
Wie wäre es denn, mal in einer ruhigen Minute, die Sauce auf " saugut" zu trimmen?
Fällt mir gerade ein. Mach doch mal etwas Ingwer rein.
Langweilig sind die meisten Ehen, warum auch noch das Essen?

Samstag, 17. Mai 2014

Liebe Gastwirte ( Teil 1)


Alle die mich kennen, grinsen jetzt.
Ich habe da so einen kleinen Tick ( in den Augen manch anderer, nicht nur einen) 
Es nervt mich ungemein, wenn ich auf den Restauranttischen Salz und Pfefferstreuer stehen sehe.
Allein diese beiden antiken Accessoires, vielleicht noch neben den Totenlichtern aus der 100 Stck. Packung, übrig vom Stövchen, nebst einer Aldi Papierserviette, verdirbt mir den Appetit ehe ich was bestellt habe.

Der Salzstreuer, wenn Salz drin ist!! ,  dann vielleicht noch mit  Grünspan an den zugeklebten  Löchern, ist so etwas von unappetitlich. Ttsssst.
Auch die früher üblichen Zahnstocher, zum aufpicken der Löcher kommen langsam aus der Mode.  
Daneben der Streuer mit dem Staub der Jahrhunderte oder der Asche der Grossmutter, nebst den Plastikblümchen, das  macht mir so richtig Lust auf Essen.

Liebe Wirte. 
Betretet Ihr Euer Lokal nie?
Oder soll ich davon ausgehen, das es in der Küche genau so aussieht?

Wenn man schon Kerzen auf einen Tisch stellt ( Frauen finden das zwar romantisch, ich dagegen werde an den Tag Salz und Pfefferstreuererinnert wenn diese Dinger neben mir mal an der Totenbahre stehen) so bitte doch nicht diese Dinger die für den Friedhof gedacht sind. Es gibt auch  schöne Kerzen und Ständer.

Papierservietten. O. K. wenn schon das Überleben des Restaurants von der Waschmaschine  ( für Stoffservietten ) abhängt, dann bitte aber auch Servietten die diesen Namen verdienen.

Eines muss ich natürlich Ihnen zugestehen. Chinesische Plastikblümeken haben eine unerschöpfliche Lebensdauer. Wenn sie grau werden, ist Haarspray ein exzellentes Mittel um diese Dinger wieder mit Glanz zu versehen. Dann können sie sogar mit in die Erbmasse gegeben werden.

Doch zu meinem Tick.
Warum keine Mühlen?
Sie kosten kaum was und man bekommt sie als Einmalmühlen in jedem Schuppen.

Salz.
Nicht das gereinigte Streusalz aus dem letzten Winter ( 1 Zentner zu 5,00€ ) sondern vielleicht mal etwas anderes? Sie können mir glauben, es schmeckt anders!
Was glauben Sie, wie eine Pasta aussieht, wenn man einige Körner schwarzes Hawaisalz darüber macht?

Pfeffer genau so.
Pfeffer ist ein Geschmacksträger, und frisch gemahlen auf ein Essen macht auch den geschmacklosensten Mist noch attraktiv.
Etwas Tellicherrypfeffer über das Essen und schon haben sie einen Geruch der den Appetit anregt und jeder meint Sie hätten Ihre Nudeln aus der grossen Tüte selbst gemacht.

Wohlgemerkt, alles kostet Sie kaum einen Pfennig.
Nur mal darüber nachdenken, wie kann ich meinem Gästen etwas gutes tun. ( und meinen Ruf und Umsatz erhöhen ) 

Alles trifft natürlich nur dann zu, wenn Sie zufriedene Gäste wollen.
Oder ist Ihre Küche so perfekt ist, das sie alle Geschmäcker abdeckt?
Sie sind doch mit Sicherheit nicht so von sich eingenommen das Sie glauben das man nie nachwürzen muss?

Es kann aber auch sein, das Sie denken; Fress, was ich dir vorsetze und mach schnell den Platz für den nächsten Gast frei.
Dann natürlich vergessen Sie alles was ich schrieb.

Ich persönlich habe meinen Kampf und den Glauben an einen guten Gastwirt noch nicht aufgegeben.
Es ist für mich die halbe Miete wenn ich sehe:
Eine richtige Kerze in einem Ständer.
Eine Stoffserviette.
Zwei Mühlen.
Dann denke ich, hier bist du gut aufgehoben.
Hier bist Du Gast und bekommst was zu essen.
Abgefüttert werde ich in den Maasenfresstempeln. ( ich war noch nie drin. Was ich von aussen sehe, reicht mir) 

Die Hoffnung stirbt zuletzt.



Freitag, 16. Mai 2014

Viechtach: Schnitzmühle


Da ist immer noch die Schnitzmühle. Die war letztes Jahr für mich ein Horror.
Aber:
Jeder hat eine zweite Chance.
Ich bin eben ein gütiger Mensch.

Im Internet sehe ich, das es Nachmittags nur eine kleine Karte gibt. Ist für mich auch gut so. Denn langsam muss ich was tun. Ich kann essen was ich will, nehme aber nie ab.

Innen empfing mich eine wohltuende, freundliche, Ruhe ausstrahlende Gastlichkeit.
Das Personal war, logischerweise, mit dem Neueindecken der Tische beschäftigt. Es war keinesfalls störend, da alles sehr ruhig  vor sich ging.

Dezente Beleuchtung, braun eingedeckte Tische, das Besteck in Serviettentaschen aus Papier, Kerzen. Alles aber etwas hochwertiger als in dieser Gegend üblich.

Es waren nur einige Gäste anwesend.
Die Karte wurde gebracht und liegen gelassen!!! der erste Stern war gesichert.
Die Karte ist sehr vielseitig, obwohl natürlich , lt. Ankündigung, alles einen Thailändischen Touch hatte. Das weiss man und das wollte ich auch.

1/4 l weisser Hauswein. Kosten: 3,60€
Schön kühl, nicht kalt und für mich durchaus passend zu meinem Essen.

Als Essen: Kang Ped Gai. d. h. Rotes Thai- Curry mit Hühnchen, Gemüse und Thai-Reis.
Kosten: 10,90€
Angenehme Wartezeit.
Es wurde in zwei Schüsselchen auf einem Holzservierbrett serviert. die Menge für mich durchaus ausreichend. Schüsselchen angewärmt. Auch hier nicht selbstverständlich.
Hühnerfleisch. Da gibt es nichts zu sagen.
Das Gemüse. Wunderbar bissfest. Nichts zerkocht.
Alles zusammen wunderbar abgeschmeckt. Leichte Schärfe wie ich es kenne. Sehr gut!

Hier kam mir zu Bewustsein, da ich meinen letzten Besuch noch in Erinnerung hatte, das immer !!! alles nur eine Momentaufnahme und sehr subjektiv ist was ich hier von mir gebe.
Ich bin mir eigentlich dessen auch bewusst und versuche fair zu bleiben.
Ob alle anderen das auch immer sind?

Der Espresso ( mit Wasser, was ich zwar nie brauche, aber hier ein Novum darstellt) war auch sehr gut. Kosten: 1,90€

Fazit:
Mein heutiger Besuch war für mich sehr angenehm und wird Sicherheit auch einmal zu den Hauptessenszeiten mit einem Hauptgericht wiederholt. Diesen Besuch werde ich dann hier als Nachtrag einstellen.
Empfehlung? Wenn es denn immer so ist, sofort. Dabei sind aber immer auch die jeweiligen Erwartungen jedes einzelnen sehr individuell.
Ich war sehr zufrieden heute.
Es lohnt sich vorher im Internet die Speisenkarte zu lesen.