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Dienstag, 12. September 2017

Pellworm, Unter den Linden


Pellworm.
Das grüne Glück in der Nordsee.
Ich war und bin gern hier.
Nur, man muss einen Draht dafür haben und so etwas lieben.
Auch in der Gastronomie.
Hier gibt es, Gott sei Dank, keinen Schickimicki, 
keinen 0,1 Liter Champagner, 
die Frauen haben begriffen, das auch die Haare  Urlaub haben wollen und lassen sie frei fliegen.
Niemand sieht beim Essen darauf ob die Frisur stimmt.
Eben, alles Natur pur.
Und so auch beim Essen.

Gestern, am 2. Tag unseres diesjährigen Urlaubs, waren wir 
"Unter den Linden" zum Abendessen.
Altbekannt, wenigstens für mich.
Trotzdem heisst das nicht, das es irgendwelchen Einfluss auf mich oder auf den Wirt  hat.

Das Restaurant liegt in "Tilly"
In einer leicht gekrümmten Strasse.
Für mich einer schönsten Strassen die ich kenne.
Alle alten Häuser in Reihe, viele Bäume, die eigentliche Strasse für die Autos etwa  2 meter tiefer. ( so denn mal eines kommt!)
Romantisch.
Das Restaurant hat gegenüber einen grossen Parkplatz.
Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer können aber auch, über zwei Rampen, den Teil der Strasse befahren auf dem die Häuser stehen..
Gleichzeitig natürlich auch dort parken.
Also alles ebenerdig.
Man kommt in einen Eingangsraum mit Garderobe.
Links die Toilettenanlagen, rechts der Eingang in die Gaststube.
Weiter geradeaus in den sehr geräumigen Speisesaal.
Viel Platz auch für Rollstuhlfahrer.
Hell und lichtdurchflutet.
Die Tische teilweise eingedeckt.
Vorn im Gastraum urgemütlich, nur leider immer reserviert.
Hier stehen nur drei Tische und die Theke.
Ein Tresen so wie man es von früher her kennt.
Ein Tisch mit Eckbank.
Dann ein freistehender Tisch.
Dann ein Tisch mit einem Sofa!!!
Saugemütlich, nur wie gesagt, meist reserviert.

Den Service meistert der Wirt selber.
Neuerdings auch noch ein junger Mann (Sohn???)
In der Küche werkelt seine Frau. 

Hier herrscht Gemütlichkeit.
Freundlich, ruhig, unaufdringlich, immer bereit auf Wünsche einzugehen.
Keine verdammte Hetze beim Eintritt: "Was trinken sie?"
Aber warum sage ich das.
Das nenne ich immer den "Friesischen Charme"
Den aber finde ich hier immer vor.
Es sei denn, es sind "Zugeroaste" Wirte, aber die kennt man sofort raus.

Die Speisenkarte hat sich, gegenüber den Vorjahren, etwas verkleinert.
Leider.
Es gibt z. B.  keine Lammhaxe mehr.
Beim Fleisch, nur neben dem Zeug vom Schwein was sich Schnitzel nennt,  Rumpsteak.
Und das war es auch schon.
Dafür aber Graugans und Lammkohlrouladen.
Man kann auch damit leben.

Also wir bestellten und bekamen.
Einen milden Weisswein (0,25) zu 5,50€
Ein Flens (0,4) zu 3,80€
Salatteller zu 3,80 . Genug und gemischt. 

Zuerst aber, als amuse, ein Glas mit etwas Kürbiskremsuppe mit Kokosmilch.
War gut, nur zu wenig. War ja auch nur als Appetitanreger gedacht. ( Gerhard, du Vielfrass) 

Seelachsfilet zu 11,50€
Zwei Stück panierten Fisch. 
Als Garnitur ein paar Scheiben Rote Beete und eine Zitronenpresse.
( mein alter Kritikpunkt. Hier war sie die Presse. Man musste nicht die Finger zu Hilfe nehmen)

Frische Scholle zu 14,50€
Scholle ohne Gräten, in Butter gebraten. 
Garnitur gleich wie vorher.

Dazu für beide eine Schüssel Bratkartoffeln.
Zu Bratkartoffeln braucht man hier im Norden kein Wort sagen. 
Immer erstklassig.
 (jedenfalls wenn man bei einem Einheimischen essen geht!) 

Es gab nichts zu sagen.
Schweigend wurde gemampft.
Auch noch als der Bauch weh tat.
Darum waren die nachträglichen  Schimmel Aquavits mehr als gerechtfertigt.
Ach ja die kosten: 2,40€ das Stück.
Warum ich keinen bestellten Insel Aquavit bekam, weiss ich nicht.
Aber egal.
Wenn das Essen geschmeckt hat, die Atmosphäre stimmte, dann soll das eben so gewesen sein.

Wir waren zufrieden.
Werden wieder kommen.
Junge was willst du denn noch  mehr?..