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Freitag, 9. Juni 2017

"Eiderstedter Krog" in Tating


Die Haupteinfallschneise nach Sankt Peter Ording (SPO) führt durch Tating.
Genau an der Stelle, wo sich diese Strasse zu einem Engpass verengt, liegt der "Eiderstedter Krog"
Ein grosser Parkplatz und eine windgeschützte Freifläche mit Tische und Stühle laden zum anhalten ein.
Einladend zur Rast oder aber auch um etwas zu essen.

Ich kenne die Besitzer seit Jahren.
Noch als sie in ihrem  früheren, kleinen Gasthaus abseits der Touristen waren und lange überlegten ob sie nach Tating umziehen sollten um das  leerstehende Hotel zu übernehmen.
Es war richtig.
Goldrichtig und ein Gewinn für den ganzen Ort und auch  für die Gäste.
Das Hotel wurde nicht mehr eröffnet, dafür aber das Gasthaus.

Nun, wir waren gestern dort wieder einmal essen.
Freundliche Begrüssung eines jeden Gastes.
Ebenso freundlich der Service.
Behindertengerecht. (auch beim Tischabstand) 
Die Speisenkarte übersichtlich, vielseitig und durchaus in der Preisgestaltung akzeptabel.
Sauber, hell und freundlich und auch mit richtigen Stofftischdecken eingedeckt.
Toiletten ohne Tadel.

Bier ist Flenz.
Sogar mit 0,2l orderbar.

Mein Muckelchen wollte Putenbrustmedaillon auf Marktgemüse mit Fritten(12,90€) 
Die Fritten waren endlich mal wieder welche. 
Nach Belgischer Art. Also kartoffelig und nicht trockene Äste des aussenstehenden Strauches.
Der Wunsch nach Ketschup wurde prompt erfüllt. 
Nicht diese Plastiktüten mit 0,005 Gramm Inhalt, sondern in einem kleinen Schälchen. (ohne Extraberechnung !)
Das Gemüse sah knackig und nicht verkocht aus.
Dazu das Fleisch in genügender Menge.
Und wenn Muckelchen nach dem mampfen mich anlächelt, auf ihren Kümmel wartet, dann weiss ich: 
Es war gut.
Oder wie wir zu Hause sagen: Basst !

Ich bestellte Matjesvariation mit Bratkartoffeln. (14,90€) 
Das waren 3 verschiedene Matjesfilet mit normaler Marinade, mit Preisselbeermerrettich und das 3. mit einer anderen Auflage. 
Leider hat man vergessen wie Meerrettich schmeckt.
Darum auch immer diese geschmackstötende Sahne darin.
Jeweils auf Apfelscheiben.
Der eigentliche Grund meiner Bestellung war aber:
Matjesfilet, paniert und gebraten als 4. Teil.
Kannte ich nicht. Musste ich probieren.
Toll!
Warm noch und der etwas salzige Geschmack des Herings passten gut zueinander.
Über Bratkartoffeln im Norden was zu sagen, wäre unsinnig. DAS können die eben hier.
Der Alte war rundum zufrieden.

Wenn einem also so viel gutes widerfährt, dann ist das doch einen (oder mehr) Helbings Kümmel (1,50€) wert.

Und weil das so war, wurde für Sonntag abend gleich ein Tisch reserviert.
Da gibt es nämlich immer (seit zig Jahren) schon, Muttis Rouladen mit Rotkraut und Salzkartoffeln.

Wenn ihr liebe Reisende, kurz vor eurem Ziel SPO seid, macht hier mal Pause.
Es lohnt sich allemal.
Denn an eurem Ziel  gelten andere Sitten.
Hier herrscht noch friedvolle Gemütlichkeit.
Versprochen !




Sonntag, 4. Juni 2017

Restaurant "Europa" in Garding.


Nun sind wir wieder in Tating gelandet.
Ich war schon sehr oft hier.
Darum gibt es auch nichts neues zu berichten.

Nach der Ankunft, erst mal  einrichten.
Für länger.
Am nächsten Tag dann was essen gehen.

Im Fratzelsbuch hatte schon vor Wochen, ein mir bekanntes Restaurant,  seine neue Pizzakreation angekündigt.
Ich hatte darauf reagiert und auch eine Antwort bekommen.
Da mein Auto voll von Möwen und Schwalbenscheisse war, ich tanken musste, das Restaurant dort in der Nähe war, gab es kein überlegen.

Nun muss ich für neue Leser erwähnen, das ich viele Jahre als Restauranttester unterwegs war.
Das kommt auch heute noch manchmal durch.
ICH sehe ein Restaurant mit anderen Augen als ein Gast.
Sachlicher, differenzierter, aber auch aus den Augen des Wirtes!
Ich kritisiere nie!!!! 
Stelle nur fest.
Oft gab ich Anregungen, die auch umgesetzt wurden.
Lang ist es her.

Das Restaurant Europa in Garding kenne ich schon länger, war aber einige Jahre nicht mehr dort.

Es liegt an der Kirche. Die Zufahrt erfolgt von der Hauptstrasse, gegenüber der Edeka, über eine schmale Einbahnstrasse.
Parkplatz vor dem Haus und gegenüber in grosser Zahl.
Das Betreten behindertengerecht.
Vor dem Haus Tische und Stühle.
Es gibt auch Eis hier.

Hier werkelt ein Italienischer Familienbetrieb.

Schon beim eintreten die erste Überraschung.
Neu renoviert. 
Sehr geschmackvoll, elegant  und trotzdem gemütlich. (Italiener haben da immer ein gutes Händchen)
Wohlfühlatmosphäre.

Freundliche Begrüssung mit Tischvorgabe.
(wir hatten nicht reserviert) 

Die überreichte Speisekarte machte neugierig.
Geschmackvoll, nicht zu gross, vor allem aber sauber.
(ich kenne da ganz andere Druckerzeugnisse) 
Neben Pizzen gibt es auch Pasta, Fleisch und Fischgerichte.
In der Auswahl perfekt.
Deckt jeden Wunsch ab.
Auch die Preisgestaltung bewegt sich durchaus im mittleren Bereich oder sogar im preiswerten.

Ich war auf die Pizza "Europa" fixiert.
Vom Bruder ausgedacht.
Muckelchen wollte eine andere.

Als Getränk für mich Chianti und für sie Valpolichella.
Standardware. Auch o.k. so.
Was mir wieder auffiel.
Warum gibt es keine Scheibe Weissbrot zum Wein?
Ich kenne es aus Italien, aber hier in Deutschland wird diese Sitte leider abgelegt.  
Passt gut zum Wein.
 (und zum Schluss die Sauce vom Teller auf zu wischen 
:-))))))
Die Pizzen kamen in angemessener Zeit.
Gewaltig.
Fangen wir bei meinem Gegenüber an.
Muckelchen war fix und foxi zum Schluss.
Und wenn sie grinst, war es gut.
Noch Fragen???

Meine?
Es fehlte nichts!
Käse, Wurst, Schinken, Lachs, Sardellen, Gemüse, und, und.
ICH würde sagen, ein Drittel weniger Belag täte es auch.
Sie wäre immer noch ganz toll.
Leichte Schärfe, keine aufdringliche Tomatenpampe, alles gut plaziert.
In der Mitte ein grosser Artischockenboden (stehe ich drauf) als Krone.

Das wir nicht alles aufgegessen haben, versteht sich am Rande.
Der Grappa hinterher war auch in Ordnung.
Kein Säureattentat.
Als bei der Begleichung der Rechnung noch einer auf Kosten des Hauses serviert wurde, haben wir beide gern zugegriffen.
Ich bin dann eben etwas langsamer nach Hause gefahren:-))))))))))
Ich kenne da einige Schleichwege. 

Noch etwas?
Es fehlten Pfeffer- und Salzmühlen auf den Tischen.
Auch mein vielgeliebtes Olivenöl sah ich nirgends.
Da wir aber nichts davon brauchten, da alles perfekt war, haben wir es auch nicht vermisst. 
Ist also nur eine Feststellung.

Fazit:
Ein durchaus von mir empfohlenes Restaurant. 
Behindertengerecht.
Die Toiletten vorbildlich.
Service, Angebot, Präsentation, Ausführung perfekt.
Preislich durchaus im Sinne des Gastes.
5 volle Sterne von mir.

Da wir noch etwas länger hier sind, werden wir mit Sicherheit dort noch öfter einkehren.
Dann sind andere Gerichte an der Reihe.

P.S. 
Lese es gerade noch einmal durch.
Bin doch wieder in den alten Rezensenten-Schreibstil verfallen.
Alte Gewohnheiten legt man eben nicht so schnell ab.
Und auch noch viele Grüsse von hier an meine ehemaligen Kollegen die  immer "Wastels" Rezensionen gern gelesen haben.
Ihr seht, ich lebe noch.




Dienstag, 16. Mai 2017

Sehen wir es doch mal so......


Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer was neues hinzu.

Wir gehen hier im Urlaub bald jeden Tag im Restaurant essen.
Mein Muckelchen findet das gar nicht so toll, aber ich schon.

Da wir ja sonst nur rumsitzen oder liegen, ist der abendliche Aufenthalt im Restaurant somit bald die einzige Abwechslung. 

Man kennt mich, ich den Wirt und den Service, und da bietet sich eben auch schon mal das eine und andere gemütliche Schwätzchen an.

Da erwähnte ich nun vor einigen Tagen, das auf der Karte zwar 3 Suppen stehen, ich aber, als 
Suppen- und Eintopfkaspar davon keinen Gebrauch mache, weil mir das "Tässchen" Suppe so um die 5,00€ 
(und mehr) zu teuer wäre. 
Auch andere Gäste empfänden das
Preis-Leistungsverhältnis als nicht angemessen und bestellten deshalb auch keine.

Der Wirt lächelte, und ich bekam eine, mich wirklich sprachlos machende, Erklärung:

Also:
Er legt keinen Wert darauf diese Suppen zu verkaufen.
Wenn jemand will, ist es o.k.
Er muss aber auf der Karte welche haben.
Darum bietet er sie zwar an, aber in der Menge wenig und im Preis hoch.

????????????????????

Seine Erklärung:
Wenn die Suppe preiswert und ausreichend ist, essen die Gäste anschliessend kein Dessert weil sie satt sind.
Oder aber, wie vorgekommen, zwei Suppen und gehen wieder.

Meine Erwiderung, Suppe ist doch im wesentlichen ein Abfallprodukt beim kochen, bekam ich folgende Erklärung.

Eben, und deshalb kann ich auch auf sie verzichten.

Sooooo, aus diesem Blickwinkel, habe ich das Angebot einer Suppe auf einer Restaurantspeisekarte noch nie betrachtet.

Ich kann den Wirt zwar irgendwie verstehen, aber mir fehlt meine Suppe trotzdem.
Nur 5,00€ für eine Tasse, das ist mir doch  zu viel. 
Ich habe nicht Wucher gesagt.
Aber er ist es in meinen Augen.

Diesen Eindruck habe ich auch beim Bierpreis.
Ein normales 0,5l Jever zu 5,50€ erweckt bei mir schon Bauchschmerzen.
Das wäre für eine Maß = 11,00€
Bald mehr als beim Oktoberfest.
Vor allem auch, weil ich Bayrische Bierpreise gewohnt bin. Bei uns kostet eine Maß, also ein Liter = 4,40€.

Aber was will man machen?
Etwas zum trinken gehört eben nun mal zum essen.
Lösung: 
Da bleibt eben der öftere Ausfall des Restaurantessen und dafür in der Wohnung was selbst gemachtes.
Schmeckt genau so toll.

Wer nun den meisten Nutzen davon hat, wollen wir mal dahingestellt lassen.
Jeder will und soll leben.
Nur melken sollte man das Vieh im Stall und nicht den Gast.



Donnerstag, 27. April 2017

Urlaub und Restaurants


Nun ist die erste Woche Urlaub rum.
Es liegen  aber, hoffentlich, noch ganz viele vor uns.
Gott sei Dank.

Die Fahrt, rd. 1000 km, gut überstanden.
Die Übernachtung war auch problemlos weil wir immer im gleichen Haus absteigen.

Das Einpacken und auspacken haben wir hinter uns.
(ist immer das schlimmste)

Die Wohnung und auch  die Personen hier sind uns seit zig Jahren gut bekannt.
Ach ja, wo wir sind.
Wir sind die ersten 6 Wochen hier auf Fehmarn.
In Westermarkelsdorf.
Ein ganz kleiner Ort, mit wenigen Häusern, am Nord-Westlichen Zipfel der Insel.
Nur wenige Menschen verirren sich hier her.
Und das ist gut so.

Die anschließenden, weiteren Wochen, werden wir an der Nordsee verbringen.
Der Gesundheitszustand bestimmt unser Handeln.

Nun kann es also mit dem Urlaub losgehen.
Ich verspreche mir sehr viel für mein Muckelchen.
Letztes Jahr hat ihr die Seeluft sehr gut getan.
Ich hoffe diesmal auch.

Also.
Der Urlaub kann kommen.
Wir sind bereit.

Das Wetter?
Ich bin nie vom Wetter abhängig gewesen und zum Glück auch  jetzt nicht.
Dazu kommt noch  bei mir, das ich die Sonne hasse und krampfhaft mich bemühe nicht von ihr bestrahlt zu werden.
Bestrahlt oder verstrahlt, im wahrsten  Sinne des Wortes.
Denn  diese Sonne weckt zwar bei vielen Leuten noch die Assoziation das das was gutes wäre, aber leider ist sie in meinen Augen nur schädlich und erzeugt Krankheiten wie Krebs.
Aber jedem  das seine  und so wie er es für richtig findet.

Unser Gasthaus liegt nur 10 Meter neben unserer Wohnung.
Auch das ist gut, der Wirt mag uns (umgekehrt auch) und damit ist auch das  Problem gelöst.
Denn Essen ist für mich das zweitschönste auf der Welt.
Vor allem ist das Essen hier im Alten Zollhaus exzellent.
Dazu gehört auch, das das Ambiente stimmt und man sich wohlfühlt.

Was mir hierbei nun dieses Jahr auffiel, waren die anderen Gäste.
Im Restaurant und auch in den Nebenwohnungen. 
Die Menschen, einschliesslich ihrer Kinder, werden immer unpersönlicher.

Niemand, der in das Restaurant eintritt oder verlässt, grüßt.
Kinder sowieso nicht.
Die stürmen herein, setzen sich irgendwo, fordern lautstark was zu essen oder zu trinken, die Eltern oder Grosseltern, schauen voller Stolz auf die unerzogenen Plagen und heischen Anerkennung über das Benehmen ihrer missratenen  Sprösslinge.
Wie aber sollen Kinder sich benehmen können, wenn es die Eltern ihnen nicht vor machen?
Auch in den Wohnungen.
Niemand sagt etwas und dafür das Gekreische der kleinen Monster.
Können Kinder heutzutage überhaupt noch richtig normal sprechen?

Gott sei Dank passiert es im Restaurant eher selten.
Da können diese Eltern meist nicht mehr mit ihrer Brut rein ohne Ärger zu bekommen.

Aber auch,  wenn ich so manches Ehepaar da  so sehe.
Reinkommen, bestellen, mampfen, zahlen und gehen, da stellt sich mir die Frage, ob die den ganzen Tag, mit diesem Gesicht, durch die Weltgeschichte laufen?
Die sind ja geistig schon tot.
Ich versuche diese Spezies zu übersehen.
Dafür wird an unserem Tisch immer gelacht.
Wir haben doch Urlaub.
Oder?

Aber auch das ist nun eben die Entwicklung die diese moderne Zeit auszeichnet.

Ich muss es ja nicht zur Kenntnis nehmen.

Und nun?

Wir harren der Dinge die da kommen sollen und werden.

Was wir erwarten?
Ruhe, Erholung, gute  Luft, Freude und.........


Ich weiss nicht was noch.
Wir fühlen uns eben nur wohl.
Ein Herbstaufenthalt  ist schon wieder fest gebucht.
Nicht umsonst habe ich in den letzten Monaten meine Briefmarkensammlung verkauft.
Das letzte Hemd hat keine Taschen.
Und Erben gibt es nicht.

So gesehen , 
Ach Jottchen, wat is dat Leben doch schön.





Montag, 4. Juli 2016

Niemegk: Zum alten Brauhaus


Wir waren auf der Rückreise aus dem Urlaub.
Übernachtung in Niemegk.
Zum alten Brauhaus.
Bis dato wußten wir nicht, das es diesen Ort gibt.

Natürlich wurde auch dort, in unserem Quartier, zu Abend gegessen.

Das Haus sieht von außen so aus, wie der ganze Ort.
Nicht wie gefühlte Hundert Jahre nach der (Zeiten) Wende.
Auch die umliegenden Häuser waren nun nicht gerade das, was man gern hat.

Doch gehen wir rein.
Zuerst einmal 2 Stufen zu überwinden.
Für das Auto ist rundum Parkplatz genug.
Drinnen, klein, aber gemütlich, 
(ich vermeide das Wort "urig") vor allem aber, 
war es sehr sauber.
Das war für uns  schon die halbe Miete.

Alle Möbel dunkel, Klavierlack, mit Ried die Stühle bezogen.
Tische mit Tischläufer, Kerze, Plastikblümeken, und , Achtung: je eine Salz- und Pfeffermühle im Kleinformat.
Der zweite Punkt war gebont.

Es hätten noch mehr werden können, aber ich habe etwas gegen künstliches Gewächs, ob grün oder in Farbe, und dieses war überall zu finden. 
Ob Fensterbank oder wo sonstwo ein Platz war.
Nun gut, die Geschmäcker sind eben verschieden.
Für mich hätte der Raum ohne diesen Kitsch gewonnen.
Denn ob Theke oder auch die Ecke mit den Laternen, 
allein die liebevolle Ausgestaltung war ansprechend genug.

Zuerst wurde ein "Niemegker Pupe" probiert.
Ein Braunbier.
Es gibt es nur zu 0,4 l zu 2,80€
Es schmeckt........
Sagen wir mal so:
Wir hatten nach 6 Stunden Fahrt Durst.
Im Normalfall würde ich mir was anderes bestellen.

Zum Essen trank ich dann "Berliner Kindl"
War zwar auch nicht viel besser, aber trinkbarer.
( Vielleicht bin ich im Geschmack auch schon auf meine neue Heimat ausgerichtet?)

Der Inhalt der Speisenkarte ist, ob ihres Aussehens, auch schon  länger so ausgerichtet.
Aber sehr vielseitig.
Auch Kleinigkeiten für den nicht so hungrigen Gast sind vorhanden.

3 Suppen (2,45 - 3,50€)
Verschiedene Salate.
Was mir auffiel, viele Gerichte mit Reis.
Mein Gegenüber fand das super.

Darum bestellte sie auch:
Gebratenes Putenbrustfilet auf mediteranem Pfannengemüse an Reis
Kosten: 9,50€

Ich bestellte:
Kalbsmedaillons auf Apfel-Calvados Sauce an Möhrenbündchen und Herzoginkartoffeln zu 12,00€

Vorher hatten wir beide noch je einen Salat extra geordert.
( je 3,40€)

Fangen wir von hinten an.
Das Salat entsprach der Norm.
Blätter, aber das Dressing holte alles wieder raus.
War ok.

Mein Gericht?
Aaaaaalso:
Herzoginkartoffeln war und ist auch klar, TK Ware.
Wie sollte es auch anders sein.
Die Möhrenbündchen hatte man vergessen zu binden.
Es waren Scheiben. Nur leider auch aus der TK. 
Etwas gummiartig.
Das Fleisch? Es waren zwei Medaillons. Mein Hund und ich haben sie uns beide redlich geteilt. 
ER fand sie toll, ich dafür sehr viel weniger.
Kalb!!!!????
Die Sauce dagegen, ein Gedicht.
Entweder Zufall oder Können.
Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich nur die Sauce gegessen.

Nun zu  meiner Partnerin.
Ich hatte Angst.
Aber, ich glaubte es nicht.
Sie war des Lobes voll.
Reis war normal, aber das Gemüse, (nach ihren Worten) 
zum ersten male, seit langem wieder, richtig gut gewürzt.
Seeeehr schmackhaft.
Auf dieses Lob kann sich die Köchin was einbilden.
Na, das war doch was.

Der Wein dagegen war nicht in ihrer Geschmacksrichtung, was aber nichts heißen soll.

Etwas irritiert war ich ob der Antwort die ich erhielt als ich frug was für einen Aquavit sie hätte.
"es gibt nur einen."
Dann lass mal kommen.
Die zweite Irritation bei mir.
Es war Malteserkreuz, aber in einer schwarzen Flasche.
2 cl zu 1,50€
Kannte ich noch nicht.
Da er aber unseren Vorstellungen entsprach, waren wir ihm zugetan.

Der Abend war gelaufen.
Andere fremde Gäste waren nicht mehr vorhanden, wir gingen dann auch aufs Zimmer.

Die fehlenden Gäste sassen vor dem TV, Fussball war angesagt.
Wir beide haben 11 !!! Stunden geschlafen.

Fazit:
Das Essen und das drumherum muss doch nicht schlecht gewesen sein.
Oder?

Nachtrag:
Nach Studium der Getränkekarte und den dazugehörenden Preisen bin ich zu der Überlegung gekommen, das nächste mal trinke ich mein Essen.

Dienstag, 28. Juni 2016

Wünsche eines Gastes.


ICH wünsche mir, das.....

... wenn  ich ein Restaurant betrete, und an der Tür stehen bleibe um Erlaubnis für meinen Hund  bzw. einen Tisch angewiesen zu bekommen, ich nicht wie ein Hausierer ignoriert werde.

...ich während meines Besuches ein Lächeln oder wenigstens ein nettes Wort des Services höre oder sehe. 
Es zahlt sich bestimmt beim "Tip" aus. 
Im übrigen interessieren keinen Gast die privaten Sorgen des Personals.

...man mich nicht, ehe ich noch sitze oder noch den Mantel abgelegt habe, schon nach meinen Getränkewünschen fragt. 
Ich renne nicht weg, sondern möchte mich erst einmal in Ruhe aklimatisieren.

... man mir die Zeit gibt, die Karte in aller Ruhe zu studieren und nicht nachgefragt wird,, ob ich denn nun weiß was ich endlich bestellen möchte.

...die Speienkarte auf dem Tisch liegen bleibt, um nicht, während des Wartens auf mein Essen, wie ein Idiot in der Gegend herumzustarren. 
Gleichzeitig besteht für mich die Möglichkeit in der Karte für den Nachtisch oder die nächsten Tage was zu finden.

...es schön wäre, wenn ich zum Wein auch Brot angeboten bekommen würde. Auch zur Suppe sollte es auf dem Tisch bleiben. Die Kosten können doch gern auf die Rechnung gesetzt werden. 
In Italien geht es doch auch.

...auf dem Tisch Salz- und Pfeffermühlen stehen. Die obligatorischen Streuer, mit dem Staub der Jahrhunderte gefüllt, sind eine Zumutung  und haben mit essbarem nichts mehr zu tun.
Sie zeugen nur von Missachtung des Gastes.

...der Gast bedient wird. Selbst im Raum herumzulaufen  um fehlendes zu suchen, ist eine Zumutung.

...es möglich sein sollte ein "amuse " zu bekommen?
 Frischkäse, Schmalz oder auch Pat'e aus den Resten zu machen dürfte jede Küche können.  
Es wird eh weggeworfen.

...das Besteck auf dem Tisch liegt und nicht in einen Keramiktopf zum es selber rauszusuchen. Ich mag nicht das Spielzeug der vorher hier sitzenden Kinder es dann als mein Essbesteck zu benutzen.

...ich zu jedem Gang ein gesondertes Besteck bekomme. 
Das Messer immer erst sauber zu lecken ist nicht unbedingt die feine Art. Dazu gehört auch der vorher gegessene Beistellsalat.

...zwischen Suppe und Hauptgericht eine angemessene Zeit verstreicht. Ich habe es schon öfter erlebt, das mir beides gleichzeitig serviert wird.

...bedacht wird, das Kartoffeln,  Fleisch, Gemüse,  Sauce, und vor allem der Salat eigenständige Komponenten sind. Alles auf einem Teller (und vielleicht den Salat mit Essig oder Fertigpampe übergossen) erinnert mich immer an einen Trog.

... das ich Öl und Essig auf dem Tisch habe. Warum ist das nicht möglich?  Jeder Gast kann dann selbst entscheiden wieviel und was er möchte. Bei ganzen Nationen geht es, nur nicht in Deutschland.

...die Salatblätter in mundgerechte, essbare Stücke geschnitten sind. 
Leider esse ich nicht meinen Salat mit Messer und Gabel.

...ich einen leeren Beistellteller bekomme. wo soll ich denn sonst Gräten und Knochen  hinlegen? Der Essteller  sieht immer wie ein Schlachtfeld aus, wenn man die Fischgräte von einer Ecke des Tellers zur anderen verschiebt.

...die Unsitte der Zitronenscheibe auf den Gerichten mal überdacht wird. Wie soll ich die benutzen oder essen? In die Finger nehmen und matschen? Oder mit  der Gabel drauf drücken das meine Umwelt auch was von den Spritzern hat? 
Ein Ausdrücker kostet unter einem Euro!

...ich persönlich mag auch kein Salatbuffet (Buffet im allgemeinen nicht) ich möchte am Tisch bedient werden und keine Spurts hinlegen oder "in der Schlange" anstehen. Jedes gute Restaurant füllt mir gern auf Bitte meinen Teller mit Salat am Buffet.

...das Geschirr abgeräumt wird wenn ich mit allem fertig bin und nicht je nach leeren eines jeden Tellers oder Schüsselchens oder wenn der Service gerade mal vorbei kommt. 
Ich möchte in Ruhe essen.

...während des Essens einmal nachgefragt wird,  ob der Gast zufrieden ist oder noch Wünsche hat. Die saublöde Frage, vielleicht noch mit abgewendetem Kopf beim abräumen des Geschirrs: 
"hat es  geschmeckt" ist eine Frechheit. 
Denn:
a.) bin ich fertig und es ist sowieso nicht mehr zu ändern, und 
b.) welcher Gast würde sagen: " Nein, es hat nicht geschmeckt."

... man  mal  Wilhelm Busch liest. Denn der sagte:  "Musik wird störend oft empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden".  Ausländer mögen ihre Musik ja als schön empfinden, für mich ist es oft eine  Zusammenreihung  von Disharmonien. Wenn es schon sein muss, dann bitte "piano".  
Denn die Unterhaltung mit meinen Partnern ist mir wichtiger.

...ich nach dem essen gefragt werde ob ich ein  Dessert wünsche.  
Die Karte ist ja weggeräumt worden und ich kenne nicht das Angebot dieses Hauses.

...da der Kaffee bei mir obligatorisch ist, der Service ab und zu mal auf das MHD bei den nach nichts schmeckenden aber servierten Plastikdosen mit Milch ähnlichem Inhalt schaut. Manche scheinen noch aus den Hortungszeiten der Nachkriegszeit zu stammen.

...man mir mal folgendes erklärt. 
Wer hindert eigentlich das Restaurant daran sich von diesen Belgischen Folien mit dem Staub aus den Ardennen beim Kaffee zu trennen? 
Ohne Mehrkosten gibt es eine Unmenge von kleinen Beigaben die keinen Cent mehr kosten. Die Industrie ist da sehr erfinderisch.

...es schön wäre, wenn ich die Rechnung auf den Tisch gelegt bekomme. Es nervt wenn der Service, mit geöffneter Geldscheintasche, entweder in meine Brieftasche stierend oder gelangweilt mit den Füßen wippend, darauf wartet, das ich nun endlich den richtigen Schein raus suche. 
Ich bin kein Zechpreller und auch nicht auf der Flucht.

...wenn ich dann den Raum verlasse, also kein Geld mehr für heute dalasse, es befriedigend für mich ist, einen freundlichen Abschiedsgruss zu hören.

Ich weiß es sind Wünsche.

Aber alle verursachen keine Kosten.

Obige Unarten erlebe ich bei 80% der Deutschen Gastlichkeit.
Darauf brauchen wir uns nichts einzubilden.

Man hört oft das Wort "urig" im Zusammenhang mit schlechter Esskultur.
Hier scheiden sich eben die Geister.

Samstag, 25. Juni 2016

Da gibt es so Gerichte......


Da gibt es so Essen, davon hört man, die kennt man, aber hat sie noch nie gegessen.
Muß man auch nicht.
Obwohl.....

Ich denke da so an Austern, Froschschenkel und so etwas.
Kann ich drauf verzichten und habe auch keinen Bock drauf.

Auch dieser ganze molekulare Firlefanz ist nicht mein Ding.

Schnecken und dergleichen gehören zwar auch in eine dieser Gruppen, habe ich aber immer gern gegessen.

Dazu kommt bei mir auch noch Zebra, Schlange und Hund welches ich schon verspeist habe.
Gut, das letztere aus Not in Gefangenschaft.

Aber es gibt da so Gerichte die nicht exotisch sind und trotzdem noch nicht den Weg auf meinen Teller gefunden haben.

Sushi, das hat was mit der Frische bei mir zu tun.
Und auch: Labskaus.

Immer gelesen, gehört und auch vor genommen, nie probiert.
Warum?
Ich weiß es nicht.
Die  Ingredienzien sind doch  durchaus normaler Herkunft.

Gestern war mein großer Tag.
Labskaus stand auf der Karte.

Es konnte der Tag sowieso nicht mehr versaut werden, er war längst als "gut" abgehakt worden.

Erst eine Gemüsesuppe.
Seeeehr sämig.
Gut.

Dann ein Teller mit Roter Beete.
War schon mal meines. 
Esse ich gern.

Dann der Teller mit Labskaus.
Sagen wir mal so.
Ein Teller mit einer undefinierbaren Pampe.
Daneben zwei ansehnliche Rollmöpse, saure Gurken, ein Spiegelei und eine extra Schüssel mit Salzkartoffeln.

Wozu diese sind, weiß ich nicht, denn die Pampe besteht doch zum größten Teil aus Kartoffeln.
Blieben also außen vor.

Um es kurz zu machen.
Ich habe den Teller leer gegessen.
Die Rollmöpse waren klasse.
Das Ei wie immer.
Die Gurken von gutem Geschmack.

Was noch?
Ach ja, diese Masse da.
Sagte ich doch.
 Teller leer gegessen.
Geschmack?
Wieso?
Sollte da einer sein?

Fazit.
Labskaus wäre das Gericht auf das ich verzichten könnte.
Muss ich nicht.
Brauche ich nicht.

Man muß ja nicht alles für gut befinden.
Oder?
Mich ja auch nicht.