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Montag, 14. April 2014

Deggendorf: Zur Knödelwerferin

 Deggendorf! Da gab es früher schon den ganzen Tag warme Küche, einige nette Episoden ziehen an mir vorbei, dann denke ich an die Flut vor kurzem, der Entschluss ist gefasst. Deggendorf ist " in", und die " Knödelwerferin" muss es sein

Den Parkplatz zeigt mirdas Navi. Etwas kompliziert hinein zu kommen und unten bitte keine Panik. Es haben bis jetzt alle hinein und auch wieder hinaus gefunden. Gleich vorweg. Die gute Stunde kostete 2,60€. Auch kein Schnäppchen, wenn die Partnerin auf die Idee kommt alle Geschäfte auf noch brauchbares und wichtiges abzuklappern. 
Den Mittelpunkt des Ortes bildet der Obere Stadtplatz. Hier reihen sich Geschäfte und Gaststätten aneinander. Cafes, Eisdielen, Bierstuben und auch Restaurants buhlen um den Gast. Vor allem, hier kann man den ganzen Tag jederzeit etwas zu essen bekommen. Das wissen die Touristen und nutzen das Angebot auch dementsprechend. 
An einer Ecke mein Ziel. Die Knödelwerferin! Einige Tische draußen waren besetzt. Auch Einheimische darunter! Was ja nicht schlecht ist. Der Service 2 Damen. Nach einiger Zeit war ich dran. Vorher mussten noch die Tische richtig gerückt werden. Karte unter dem Arm und die Frage: " Was trinkst ?" Ich sagte ihr: Bestimmt etwas, aber erst hätte ich gern die Karte. In ihrem Gesicht las ich : ( Preiss , damischer) Die Karte selbst beinhaltete vieles, nur ich suchte vergeblich die Unzahl von Knödelgerichten in allen Facetten. Was ich las war Standard in Reinkultur. Na , vielleicht waren die Knödel alle weggeworfen worden. 
Zuerst ein Weltenhofer(?) Barock Dunkel . 0,5 l zu 2 ,90€ . Das Bier und der Preis war gut. 
Ich bestellte. Bleiben wir bei bewährtem. Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln zu 13,80€. Da das hier schon ein Spitzenpreis ist, dachte ich, da kann nichts schief gehen. Dachte ich! Salat extra !! zu 3,80€. Das Besteck wird ihnen , in einer Papiertaschenserviette, extra gebracht.
 Wie immer, beginnen wir mit dem Salat. Gut. Vielseitig, Weißer Dressing mit dunklem Balsamico veredelt. Warum wird ein Geheimnis bleiben, aber dafür war er sehr erfrischend durch den Essig geworden. Leider in einer kleinen Schüssel serviert. Mit Berg! Ob der Wirt schon mal das so gegessen hat? Wenn Sie mit der Gabel in die sperrigen Salatblätter stechen wollen, fallen die nebenliegenden auf den Tisch. Nun weiß ich auch, warum man keine Tischdecken hatte, sondern nur ein Quadratset in der Mitte des Tisches lag. Ich , als Wirt, hätte einfach einen Teller genommen, da gäbe es keine abzutragenden Berge. 
Das Hauptgericht: Ich werde hiermit den Ausdruck " Bayrische Bratkartoffeln" als Gebrauchsmusterschutz eintragen lassen. Rezept: Gekochte Kartoffeln in einer Pfanne, unter Zugabe von wenig Fett oder sonstigem, solange in der Pfanne lassen, bis ein Gast kommt. Dann haben sie ihre Farbe verändert und sind nicht mehr mit dem Ausgangsprodukt verwechselbar. Da sowieso meistens irgend eine Sauce darüberdrunterneben läuft, denn das ist hier unbekannt das man Bratkartoffeln extra serviert, ergibt das ganze eine homogene Masse die unter Begriff" gebratene Kartoffeln " gut zu vermarkten ist. 
Das Fleisch war größenmäßig in Ordnung, wenngleich ich auf die Qualität nicht besonders eingehen möchte. Sagen wir mal so wie ich es am Nebentisch von Einheimischen auf die obligatorische Frage: " hats gschmeckt?" hörte. Die Antwort war" passt" . So auch bei mir. Auf dem Fleisch die Röstzwiebeln. O.k. Diesmal aber ohne Kommentar. 
Danach mein Espresso zu 1,90€. War auch o.k. Ich sagte zwar ohne Wasser, aber wenn die Dame meinte......... 
Der dazu bestellte Grappa ließ mich dann doch bei Erstellung der Rechnung zusammenzucken. Nicht des Preises im allgemeinen, sondern in Bezug auf den mir kredenzten. 4,80€!!! Grappa kann sauteuer sein, das weiß keiner besser als ich. Nur, der hier kam aus einer anderen Flasche oder der Wirt hat sich bescheißen lassen. Auch der beste Grappa ist lediglich ein Tresterbrand. Da der Wirt aus einer Flasche ca 32 - 35 ausschenkt, bringt ihm diese Flasche rd. 150,00€ ein.
Ich hab dann noch 3,00 € Trinkgeld drauf gelegt und dachte bei mir. Das ist mein Beitrag für die Flutopfer. Für Alte oder Behinderte ist dieses Restaurant völlig ungeeignet. Die Toiletten befinden sich im ersten Stock. Es sind ( von mir gezählte!) 30 Steinstufen zu überwinden. Die Toiletten einwandfrei und gepflegt. Nur man muss sie erst mal erreichen. 
Der Service war zwar freundlich, aber die Prämisse war: " Ich bringe was du brauchst, nur hoffentlich gehst du bald , es kommt bestimmt ein neuer Gast" Ich war noch das Wechselgeld am verstauen, da griff sie schon durch meine Arme hindurch um die Teller abzuräumen. Freundlich, aber