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Donnerstag, 12. Juni 2014

Ja, ja diese Speisekarten..



Eine Frau versucht, durch Frisur und Kleidung sich vorteilhaft zu präsentieren.
( Parfüm dient nur zur Anlockung ) 
Ein Mann hat das eh nicht nötig. Wir sind von Natur aus schön.
Firmen haben ihre Werbung in der Presse oder TV.
Das alles sind die " Visitenkarten" des sich darstellenden.
Und genau so ist es auch bei einem Restaurant.
Da ist es erst einmal die Speisenkarte.
In wieweit nachher das gebotene auch dem Angebot entspricht, ist zu diesem Zeitpunkt eine ganz andere Sache.

Man steht vor einem Restaurant, sieht in den Schaukasten um eine Vorabinformation zu bekommen.
Was sich mir da so manchmal darbietet, erzeugt bei mir sofort den Gedanken: "  Verkommen, es kann in der Küche nicht anders aussehen." 
Veraltet, unleserlich, Wasserflecke. 
Meistens gehe ich dann weiter.

Wenn ich aber in einem Lokal bin, ist das erste, neben der obligatorischen ( für mich sogar unverschämten ) Frage was trinken  sie, die Speisenkarte.

Was einem dann vorgelegt wird, ist manchmal abenteuerlich zu nennen.
In Holz eingebunden. ( ich bin kein Sägewerksbesitzer oder Möbelbauer)) 
In Dialekt mit ortsüblichen Ausdrücken.( ich bin kein Heimatforscher oder Sprachwissenschaftler)
Handgeschrieben. ( die Lehrerin konnte diese Klaue schon nicht entziffern.) 
Mit Schreibmaschine. ( früher hatte Opa noch ein Lorgnon zum entziffern.)

In vergilbten Klarsichtfolien. ( da hilft nur das Blatt Papier raus holen)
Wirr durcheinander oder so sparsam, das man das Essen immer als Überraschungsmenue ansehen muss. 
Usw.

Liebe Wirte!
Diese Speisenkarte ist EURE Visitenkarte.
Jeder Gast assoziiert damit Ihr Restaurant, Ihre Person und auch Ihre Küche.
Eine unansehnliche Speisenkarte signalisiert mir, das sie ein unordentlicher Mensch sind. Warum soll es dann ihrer Küche anders aussehen oder zugehen?

Es muss kein gedrucktes Hochglanzpapier sein.
Auf jedem PC kann man heute eine klare Ansage machen.
Das alles kostet kein Geld, nur einmal sich um sein Geschäft Sorge machen und sich Mühe geben. 

Vernünftige Schriftgrösse.
Vernünftige Gliederung.
Allumfassende Beschreibung der Speisen.
Zusatz über Zusatzleistungen.
Und was ich meistens, immer irgendwo da unten, verschämt finde.
Das Dessert! Das bringt Geld, noch nicht rumgesprochen?
Und auch vielleicht, wenn Sie es schaffen, einen Hinweis über zu erfüllende Änderungswünsche und deren Preis.


Kosten?
Nur das Papier.
Nutzen?
Mit Sicherheit Gäste die gespannt darauf warten was ihnen serviert wird.

Aber all das auch nur, wenn man ENDLICH einmal begreifen würde, das diese  Karten auf die Tische der  Gäste gehören und nicht auf die Theke!
Und das während der ganzen Mahlzeit!!!!!!!
Ich möchte gern für morgen oder im Anschluss an dieses Essen wissen, was sie noch zu bieten haben.

Sie werden es nicht glauben, das Dessert bestellt man nach dem Essen.
Nämlich dann, wenn man aus Langeweile noch in der Karte geblättert hat.
Wenigstens Alleinreisende. 
Andere haben vielleicht eine anregende Begleitung und bekommen das Dessert zu Hause kostenlos.