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Mittwoch, 15. Oktober 2014

Abschied von Eiderstedt

Nun geht es heimwärts.
Ich freue mich nicht auf zu Hause.
Auch nicht auf die Arbeit die mich erwartet.

Nur, 8 Wochen Restaurantessen, so gut es auch sein mag, geht mir langsam auf den Keks.

Was ich hier im Norden überall vermisse, sind diese kleinen Bayrischen Schmankerl.
Wurstsalat, Toaste, oder irgend so etwas.
So, irgend etwas kleines, schnuckliges, appetitanregendes. 
Ich denke hierbei jetzt mal nicht an Frauen !  

So etwas werde ich mir zu Hause erst einmal selber machen.

Sauerfleisch bietet man hier an.
Natürlich wieder mit Bratkartoffeln. 
Mir fehlt was erfrischendes anderes.
Hach, so eine richtige Berliner Boulette mit " vernünftigem " Senf und ein Brötchen.
Überhaupt, der Senf ist hier im Norden ein Entwicklungsprodukt.
Leute, es gibt hervorragende ! private Manufakturen.
Einmal Senf  von denen, dann wird ihnen dieser hier servierte Mist, überwiegend auch noch in einer uralten Plastiktüte , immer nur an Kinderscheisse erinnern.

Auch Essig kennt man hier nur den von Surol mit den undefinierbaren Kräutern, und den auch nur in der Küche. Auf dem Tisch nie. Es geht nichts über einen Essig der nicht aus dem Labor kommt.

Fischbrötchen.
Na ja, wer es mag.

Es mag Tradition hier sein überall Krabben anzubieten.
Esse ich auch gern. Aber dann bitte hier angelandete und auch hier gepulte Ware. 
Ich ekle mich vor diesen Monate alten Dingern die schon um die halbe Welt gereist sind.

Ich möchte auch  keine Nitratblätter mit irgendeinem ominösen Geflügelabfall darauf.
Das bekommt man hier überall angeboten.
Der Wahnsinn das diese grünen Blätter gesund sein sollen ist nun endgültig nicht mehr aufzuhalten. Aus dem eigenen Garten vielleicht, aber doch nicht diese Gewächse.

Dann tauchen immer noch diese geschmacklosen roten Kugeln auf.
Weil man nicht wusste wie man sie nennen soll, hat man ihnen den Namen Tomaten gegeben. Es sind aber keine. Denn Tomaten wachsen in der Erde. Und das schmeckt man auch.  

Was ich nun möchte?

So genau weiss  ich das auch nicht.
Aber zu Hause das essen, worauf ich Appetit habe.
Ich freue mich auf mein dickflüssiges, trübes Olivenöl aus Kreta.
Auf mein selbstgebackenes Brot. 
Auf meinen Gemüseeintopf aus dem Römertopf.
Vor allem aber DANN zu essen wann ich will, und nicht wenn irgend ein Wirt meint, das er jetzt mal öffnet um für zwei bis drei Stunden spät abends etwas Essen verteilen zu müssen.

So gesehen ist es schon gut, wenn ich wieder nach Hause komme.

Alles andere?
Kann ich gut drauf verzichten.